Mittwoch, 29. Mai 2013

Ökologische Bedeutung der Amphibien und Reptilien:

Amphibien, die ältesten Landwirbeltiere der Evolution, erweisen sich als Zeigerorganismen für Lebensraumqualität. Augebiete mit ihrer reich strukturierten Landschaft und unterschiedlichen Biotopen bilden in der Kulturlandschaft Mitteleuropas die letzten großflächigen Rückzugsgebiete für Amphibien. Viele dieser Lebensräume wurden in den letzten Jahrzehnten zunehmend unattraktiv für die Herpetofauna. Von den 33 in Österreich lebenden Amphibienarten kommen 25 in den Augebieten der Donau vor. Lediglich die Kreuzkröte (Bufo calamita), der Alpensalamander (Salmandra atra) und der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) sind nicht in den Donauauen heimisch. Wechselkröte (Bufo viridis) und Feuersalamander (Salamandra salamandra) sind keine typischen Auwaldbewohner, kommen aber gelegentlich in den Donauauen vor
Weiters fehlen die beiden heimischen Giftschlangen (Vipera berus, vipera ammodytes), sowie die Bergeidechse (Zootoca vivipara) in den Donauauen.
Im näheren Umfeld des Beobachtungsgebietes kommen insgesamt 16 Amphibien- und 7 Reptilienarten vor. Seefrosch (Pelophylax ridibundus, Springfrosch (Rana dalmatina), Gelbbauchunke (Bombina variegata) und Erdkröte sind die am häufigsten vorkommenden Amphibien im Beobachtungsgebiet. Für diese Arten bestehen genug Laichmöglichkeiten und ein reich strukturierter terrestrischer Lebensraum. Andere Arten, wie z.B. der Grasfrosch (Rana temporaria), die beiden kleineren Grünfroscharten (Pelophylax esculentus, Pelophylax lessonae), die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) und der Teichmolch (Lyssotriton vulgaris) können nur gelegentlich im Augebiet beobachtet werden. Die Rotbauchunke (Bombina bombina), der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) und der Kammmolch (Triturus carnifex) kommen nur 20km entfernt in den Donauauen bei Linz vor. Ein Vorkommen im Beobachtungsgebiet konnte nicht bestätigt werden, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden.
Von den 13 heimischen Reptilienarten kommen 7 Arten in näheren Umkreis des Beobachtungsgebiets vor. Die Ringelnatter (Natrix natrix) ist die häufigste Schlange im Augebiet und kommt dort bevorzugt an den Ufern der Gewässer vor. An trockeneren Standorten findet man die Zauneidechse (Lacerta agilis) und gelegentlich auch Schlingnattern (Coronella austriaca). Ein Vorkommen der Blindschleiche (Anguis fragilis) und der Äskulappnatter (Zamenis longissimus) ist sehr wahrscheinlich, da beide Arten im Enns-Donau-Winkel häufig sind und auch in den Augebieten um Linz vorkommen. Intensive Landwirtschaft und weitgehende Zerstörung der Lebensräume haben in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Rückgang der Amphibien und Reptilien geführt. Straßenbau, der Bau von Kraftwerken und Industrieanlagen haben viele Augebiete zerstört oder in trockene Laubwälder umgewandelt. Das führte zu einem starken Rückgang der Amphibien- und Reptilienfauna. An der Donau in Österreich gibt es nur mehr wenige Augebiete, die geeignet sind, Amphibien- und Reptilienpolulationen dauerhaft zu erhalten.
Amphibien sind wichtige Zeiger für intakte Lebensräume und nehmen einen wichtigen Stellenwert in der Nahrungskette des Ökosystems ein. Amphibien und Reptilien haben ein breit gefächertes Nahrungsangebot und leisten einen wertvollen Beitrag u.a. in der Bekämpfung von Schädlingen. Weiters bieten sie Nahrung für Kleinsäuger und diverse Vogelarten. Ein intaktes Ökosystem ist charakterisiert durch eine hohe Artenvielfalt. Die einheimischen Amphibien stehen zur Gänze unter Naturschutz.

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