Sonntag, 15. September 2013

Bergmolche in der Au

Nachdem ich gestern die riesige Larve einer Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) gesehen hatte, sahen wir uns ein Gewässer in den Donauauen genauer an. Pelobates fanden wir nicht, dafür waren wir sehr erstaunt, als plötzlich die Larve eines Bergmolchs (Ichthyosaura alpestris) im Kescher war. Nach einen Durchgängen mit dem Kescher hatten wir mehr als 10 Bergmolchlarven gefunden. Daneben noch eine Larve des Teichmolchs und jede Menge Seefroschkaulquappen (Pelophylax ridibundus) in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Ich kenne das Gewässer sehr gut und hatte es bereits vor dem Hochwasser untersucht. Mit Hilfe einer Molchfalle konnte ich dort lediglich Teichmolche (Lissotriton vulgaris) nachweisen. Fundorte des Bergmolchs sind mir im Umkreis von 30km um das Gewässer keine bekannt. Das Gewässer liegt auf ca. 240m Seehöhe. Auch der Seefrosch ist an diesem Gewässer normalerweise nicht zu finden da es sehr schattig ist. Ich habe für den Bergmolchfund daher nur eine Erklärung: die Molche sind durch das Hochwasser im Juni dort hin gekommen. 
Aber warum gerade so zahlreich in diesem Gewässer? 
Kann es sein, dass ein trächtiges Weibchen (inkl. Männchen)  dort angeschwemmt wurd und abgelaicht hat? 
Oder dass eine Wasserpflanze mit Eiern dort angeschwemmt wurde?


Montag, 9. September 2013

Riesenpappeln am Ausee in Asten

Am Ausee in Asten stehen einige sehr starke Pappeln. Die stärkste Pappel hat einen Stammumfang von 6,70m, weitere Pappeln mit einem Stammumfang von ca. 5m stehen entlang des Mitterwassers. Die Pappeln haben ein Alter von ca. 150 Jahren. Die stärkste mir bekannte Pappel in diesem Gebiet stand auf dem Areal der Kläranlage Asten und wurde vor ca. 25 Jahren gefällt. Eine Zählung der Jahresringe ergab damals ca. 170 Jahre bei einem Stammumfang von knapp 7m.
Pappel bei der Mitterwasserbrücke

Die stärkste Pappel am Ausee, Stammunfang 670cm

Die stärkste Pappel am Ausee, Stammunfang 670cm

Riesenpappel entlang der Zufahrtsstraße zum Campingplatz

Riesenpappel entlang der Zufahrtsstraße zum Campingplatz

Dienstag, 20. August 2013

Donauauen bei St.Pantaleon am 20.08.2013

Donauauen bei St.Pantaleon

Biberlacke

Biberlacke


Biberlacke

Biberlacke

Augewässer

Augewässer

Autümpel

Fischerhüttenbach

Fischerhüttenbach
 Ein paar Eindrücke mit der Infrarotkamera aus den Donauauen bei St.Pantaleon/Erla. In der Au ist wieder Ruhe eingekehrt. Der Wasserstand ist noch etwas erhöht Die Gelsen sind fast weg, lediglich die Bremsen sind im Schatten etwas lästig.

Freitag, 16. August 2013

Schluss mit den Gelsen!

Die grosse Hitze der letzten Wochen hat offenbar den Gelsen den Garaus gemacht. War es vor einem Monat in der Au noch unerträglich, so hält man es jetzt auch im Schatten gut aus, ohne von den Plagegeistern genervt zu werden. Ein Abendessen bei der Mostschenke Hammerl in Enns war heute absolut gemütlich.

Mostschenke Hammerl, Gastgarten

Sonntag, 11. August 2013

Donauauen am 11.08.2013

Heute war ich seit langem wieder mal im Augebiet um St.Pantaleon-Erla. Das Hochwasser hat seine Spuren hinterlassen, es liegt an manchen Stellen noch immer viel Schlamm. Teilweise sind neue Gewässer entstanden, gerade bei den Gelbbauchunken kann man viel Nachwuchs beobachten.

Laichgewässer der Knoblauchkröte

Laichgewässer der Gelbbauchunke

Fischerhüttenbach



Ingridlacke



Dienstag, 23. Juli 2013

Das Wasser geht zurück......

....und auf den Feldern bleiben jede Menge Fische zurück. In der Kronau und auch in anderen überschwemmten Gebieten geht langsam das Wasser zurück und die Lacken trocknen aus.








Montag, 15. Juli 2013

Biber (Castor fiber)

Als ich noch ein Kind war, fuhren wir oft zur Biberlacke nach St.Pantaleon. Von den namensgebenden Bibern war damals in den 70er und 80er Jahren keine Spur. die ersten Nagespuren der Biber entdeckte ich damals in den Donauauen um Hainburg, bzw. in den Marchauen bei Marchegg.


Nagespuren des Bibers
Es dauerte einige Zeit, bis sich auch im Gebiet um die Biberlacke wieder Biber einfanden. Um das Jahr 2000 konnte man dort die ersten Nagespuren erkennen. Entlang des Fischerhüttenbachs wurden Bäume angenagt und gefällt. Die ersten beiden Biber waren eine kleine Sensation, mittlerweile gehört der Biber zu den häufigen Tieren in den Donauauen. Allein im Gebiet um St.Pantaleon/Erla schätzt man die Population auf 20-30 Stück, aber auch in anderen Augebieten entlang der Donau, am unteren Inn und an der Enns ist der Biber bereits sehr häufig. 
schwimmender Biber an der Weiten Lacke bei St.Pantaleon/Erla
überfahrener Biber bei Ybbs an der Donau
Biber gehören zu den Nagetieren und sind nach den Capybaras die zweitgrössten Nager. Man unterscheidet zwischen dem Kanadischen Biber (Castro fiber) und dem Eurasischen Biber (Castor canadensis). Biber erreischen eine Länge von ca. 1m und ein Gewicht von knapp 20kg. Bis auf den Schwanz ist der Biber dicht behaart, das Fell wird mit einem fetthaltigen Sekret (Biergeil) gepflegt. Biber waren ursprünglich in Europa häufig verbreitet, wurden aber durch intensive Bejagung in weiten Teilen Europas ausgerottet. Erst in den letzten Jahren erfolge eine erneute Verbreitung entlang der Gewässer.
Biberbau an der Weiten Lacke bei St.Pantaleon/Erla
Biberbau an der Weiten Lacke bei St.Pantaleon/Erla
In Österreich ist der Biber hauptsächlich entlang dr Donau, der March und im Unterlauf einiger Nebenflüsse beheimatet. Die Populationsdichte ist in einigen Gebieten stark steigend. 
Biber sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich von jungen Trieben und Blättern der Weichhölzer. Entlang der Gewässer legen sie ihren Bau an, dessen Eingang unter der Wasseroberfläche liegt. Diese Bauten können gewaltige Dimensionen annehmen, Durchmesser von mehr als 10m und Höhen bis zu 2m sind keine Seltenheit.

Geländeaufhöhung im Bereich Enns/Kronau

Feld bei Enghagen

Feld bei Enghagen

60cm Auflandung im Augebiet bei Enghagen

Maisfeld in Enghagen/Enns

Maisfeld bei Kronau/Enns

Hier wurde das Feld bereits freigeschaufelt. Das feld war ca. 1,5m hoch mit Feinsediment bedeckt.

Altarm bei Kronau
Das Bild zeigt z.B. eine Geländeaufhöhung im Augebiet. Das linke Bild (Infrarot-Aufnahme) wurde im Februar 2013 bei relativ niedrigem Wasserstand aufgenommen, das rechte Bild am 26.06.2013 nach dem Hochwasser. Man kann davon ausgehen, dass bei fallendem Wasserstand der nördlich gelegene Altarm (im Bild rechts) komplett trocken fällt.

Mittwoch, 10. Juli 2013

"Gelsenplage in der Au!"


So und ähnlich lauteten die Schlagzeilen mancher Medien. Von einer Invasion war die Rede, von Horror,....in der Tat - für einen Städter, der es gewohnt ist, den Sommer in einer insektenfreien klimatisierten Umgebung zu verbringen, mag ein Ausflug in die Au derzeit zu einem traumatischen Erlebnis werden. Betritt man derzeit ein Augebiet, so ist man sofort von einer "Gelsenwolke" umgeben. Diese Plagegeister nutzen jede Gelegenheit, sich an der Haut niederzulassen und dort mit der Nahrungsaufnahme, dem Blutsaugen zu beginnen. 

Die Stechmücken (Culicidae) sind eine Familie von Insekten. Weltweit gibt es davon ca. 3500 Arten, 104 kommen in Europa vor. Mit ihren Mundwerkzeugen können die Stechmücken die Haut ihres Wirtes durchbohren und mit dem Rüssel Blut saugen. Dieses Blut benötigen sie zur Eiproduktion. Einige Arten können gefährliche Krankheiten, wie z.B. Malaria oder Dengue Fieber übertragen. Die Stechmücken benötigen für ihre Fortpflanzung Gewässer, bevorzugt periodische Kleingewässer. Sie kommen daher bevorzugt in Sumpf- und Augebieten, Regenwäldern, in der Tundra und an Gewässern vor. In Österreich zählen vor allem die Flussauen, sowie die Schilfgebiete um den Neusiedler See und im Seewinkel zu den idealen Lebensräumen der Stechmücken. Die Larven können sich dort im Flachwasser und in Kleingewässern entwickeln. Oft reicht eine mit Wasser gefüllte Wagenspur, eine Wasserpfütze oder eine Regentonne im Garten als Brutstätte für Stechmücken. Nach Hochwässern bilden sich in den Überschwemmungsgebieten unzählige Kleingewässer, die als idelaer Lebensraum für die Larven dienen. 

In den Augebieten entlang der Donau, March und am unteren Inn gibt es fast jedes Jahr zahlreiche Stechmücken. Einmal mehr - einmal weniger. Gelsenfreie Jahre sind äusserst selten und kommen nur alle paar Jahre in Sommern mit sehr langer Trockenperiode vor. Aber auch in einem Jahr wie heuer, in dem durch das Hochwasser im Juni ein idealer Lebensraum für die Gelsen geschaffen wurde, kann man das Augebiet betreten. Das Wetter ist schon einmal wichtig. Gelsen mögen keinen Wind und keinen Sonnenschein. Zudem sollte man lange Kleidung tragen und vor allem die Hand- und Fussgelenke schützen, da sich dort die Gelsen am liebsten niederlassen. 

Stechmückenlarven in einem Kleingewässer in den Donauauen
Stechmücke
In den Hochwassergebieten wird seit längerem eine Bekämpfung der Stechmücken mit dem Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) durchgeführt. Dieses Mittel kann grossflächig mit Hubschraubern ausgebracht werden und schädigt den Verdauungstrakt der Larven. Aus der Sicht des Naturschutzes ist diese grossflächige Bekämpfung umstritten. Stechmücken stellen einen wichtigen Teil in der Nahrungskette des Ökosystems dar und dienen als Nahrung für andere Insekten, Spinnen, Fische  und Amphibien. Zusätzlich halten sie in den Sommermonaten den Menschen vom Augebiet fern.

Dienstag, 9. Juli 2013

Donauauen, 09.07.2013

Wir waren heute vormittag in den Überschwemmungsgebieten um das Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen unterwegs. Durch den hohen Grundwasserstand sind noch immer Teile des Augebiets in St.Pantaleon-Erla überflutet. Auch auf einigen Feldern nördlich von Strengberg steht noch immer Wasser. Diese Wasserflächen haben sich mittlerweile zu Kleinbiotopen entwickelt. Seefrösche und Gelbbauchunken haben dort abgelaicht, zahlreiche Wasservögel haben sich auf den Wasserflächen eingefunden. Einige Wasserflächen liegen auch höher als der Grundwasserspiegel, was höchstwahrscheinlich daran liegt, dass die Sohle durch den angeschwemmten Schlamm abgedichtet wurde und das Wasser nicht abfliessen kann. 

überschwemmtes Feld bei Au/Strengberg



Im Bereich unterhalb des Kraftwerks Wallsee-Mitterkirchen konnten wir auf einigen Feldern Kaulquappen der Knoblauchkröte (Pelobates fuscus), Kaulquappen und juvenile Tiere von Seefrosch (Pelophylax ridibundus) und Gelbbauchunke (Bombina variegata) finden.

juvenile Gelbbauchunke (Bombina variegata)

ca. 10cm grosse Larve der Knoblauchkröte (Pelobates fuscus)
Nordseitig ist im Bereich Saxen ein Grossteil der Felder beeits trocken aber noch sehr stark verschlammt. Im Bereich der Entenlacke fanden wir Kaluquappen von Laubfrosch (Hyla arborea) und Seefrosch (Pelophylax ridibundus). Die Entenlacke selbst stand stellenweise mehrere Meter unter Wasser.  Auch hier hat das Hochwasser seine Spuren hinterlassen, die Geländeaufhöhungen sind aber geringer als in den Augebieten nahe des Kraftwerks.

verschlammtes Feld bei Saxendorf (Entenlacke)

Entenlacke bei Saxen