Sonntag, 26. April 2015

Schlangen im Enns-Donau-Winkel


Der Frühling hat begonnen und damit auch die die Aktivitätszeit der Reptilien. Neben Eidechsen und Sumpfschildkröten kann man seit einiger Zeit auch Schlangen beobachten. Damit häufen sowohl Fundmeldungen von Schlangen aber auch jede Menge Schauermeldungen, vor allem, was die Gefährlichkeit der Schlangen betrifft. So wird z.B. regelmässig über Kreuzotternfunde in unserer Gegend berichtet, obwohl die Kreuzotter und auch keine andere Giftschlange im Donauraum vorkommt. Fast immer sind es Verwechslungen mit anderen Schlangenarten oder Schauergeschichten, die einfach weitererzählt werden. Aus diesem Grund möchte ich hier die bei uns vorkommenden Schlangenarten einmal kurz vorstellen.

Ringelnatter (Natrix natrix): Die Ringelnatter ist die weitaus häufigste Schlange im Enns-Donau-Winkel. Ca. 8 von 10 Sichtungen sind Ringelnattern. Die Schlange wird bei uns ca. 1m lang (Exemplare bis 1,5m kommen gelegentlich vor, sind aber äusserst selten). Sie lebt bevorzugt an oder in der Nähe von Gewässern und ernährt sich von Amphibien und kleinen Fischen. An sonnigen Tagen sonnen sich die Schlangen gerne auf Ästen oder Steinen und ergreifen rasch die Flucht, sobald sich ein Mensch oder ein grösseres Haustier nähert. Wird die Ringelnatter gefangen oder in die Enge getrieben, verströmt die Schlange ein übelriechendes Sekret. Bisse durch Ringelnattern sind extrem selten, die Schlange stößt meistens geschlossenem Maul zu, ohne zu beissen. Sie kommt häufig in den Enns- und Donauauen, aber auch an Schwimmteichen und Gartenbiotopen vor.

Ringelnatter (Natrix natrix) in ihrem natärlichen Lebensraum
Ringelnattern sind ausgezeichnete Schwimmer
Äskulappnatter (Zamenis longissimus): Die Äskulappnatter ist die grösste einheimische Schlange. Sie wird in Ausnahmefällen bis zu 2m lang, die meisten Äskulappnattern werden aber nicht länger als 1,5m. Die wämeliebende Schlange kann gut klettern und ernährt sich hauptsächlich von Mäusen, aber auch von anderen Kleinsäugern. Aus diesem Grund kommt sich auch häufig in der Nähe von Bauernhäusern, bei Holzlagerplätzen und Komposthaufen vor. Manchmal dringt sie auch in Schuppen oder Gartenhäuschen ein. Die Äskulappnattern sind ungiftig, beissen aber zu, wenn man sie fängt oder reizt. Bevor sie zubeissen geben sie ein schnarrendes Geräusch ab, indem sie die Bauchschuppen aneinander reiben. Während die erwachsenen Äskulappnattern eher einfärbig oliv, braun oder schwarz sind, weisen die Jungtiere eine typische Zeichnung auf.

Äskulappnatter (Zamenis longissimus)
Jugendzeichnung der Äskulappnatter
Glatt- oder Schlingnatter (Coronella austriaca): diese Schlange ist bei uns ungefähr gleich häufig wie die Äskulappnatter, lebt aber eher verborgen. Man kann die Schlingnattern auch an bewölkten Tagen finden. Die Schlingnatter wird maximal 80cm lang, ist in der Regel braun gefärbt mit einem dunklerem Muster auf dem Rücken. Aufgrund dieses Musters wird sie oft mit der Kreuzotter verwechselt. Fast alle „Kreuzotternfunde“ im Donauraum entpuppen sich als harmlose Schlingnattern. Die Schlingnatter ernährt sich hauptsächlich von Eidechsen und ist auch gerne an Plätzen anzutreffen, an denen Eidechsen leben.

Glatt- oder Schlingnatter (Coronella austriaca)
Blindschleiche (Anguis fragilis): die Blindschleiche ist zwar keine Schlange, sondern eine beinlose Echse, wird aber von Laien immer wieder zu den Schlangen gezählt. Sie ist sehr träge, absolut harmlos und kann den Schwanz bei Gefahr abwerfen. Sie ernährt sich von Insekten und Weichtieren und ist häufig in Hausgärten und lichten Wäldern anzutreffen. 

Blindschleiche (Anguis fragilis)

In anderen Teilen Österreichs kommen weiters folgende Schlangenarten vor:

Würfelnatter (Natrix tessellata): die Würfelnatter ist noch mehr ans Wasser gebunden als die Ringelnatter, ein Vorkommen im Enns-Donau-Winkel ist aber nicht gesichert. Wohl gibt es immer wieder dokumentierte Fundmeldungen in der Nähe, so z.B. um Pleschingersee und an einigen Bächen im Mühl- und Waldviertel. Aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume ist aber die Würfelnatter in Österreich sehr selten geworden.

Würfelnatter (Natrix tessellata)

Kreuzotter (Vipera berus): die Kreuzotter ist die häufigste Giftschlange Österreichs, kommt entlang der Donau nicht vor. Ihr Vorkommen in Österreich ist auf den Alpenraum und auf Teile des Mühl- und Waldviertels beschränkt. Es gibt sowohl Exemplare mit einem markanten Zick-Zack-Muster am Rücken, sowie komplett schwarze Exemplare. Die Gefährlichkeit der Kreuzotter wird sehr oft überschätzt. Die Schlange ist in der Regel sehr scheu und beisst nur im äussersten Notfall zu (wenn sie gefangen oder gereizt wird). Gefährliche Bisse von Kreuzottern sind extrem selten, da die Kreuzotter nur sehr wenig Gift injiziert. Ein tödlicher Kreuzotterbiss ist mir in Österreich nicht bekannt, der letzte dürfte schon einige Jahrzehnte zurück liegen. 
Kreuzotter (Vipera berus)
Kreuzotter, schwarze Farbvariante, auch "Höllenotter" genannt
Sandviper, Hornviper (Viperaammodytes): die Sandviper kommt nur an einigen sehr isolierten Standorten in Kärnten vor. Aufgrund der Verfolgung durch den Menschen ist die Sandviper extrem selten geworden.

Sandviper (Vipera ammodytes)

Wiesenotter: (Vipera ursinii): die Wiesenotter gilt in Österreich als ausgestorben. Der letzte Nachweis war in den 70er Jahren im Burgenland.

Generell gilt: alle einheimischen Schlangenarten stehen unter Naturschutz. Sie dürfen nicht getötet und gefangen werden. Von keiner Schlange geht irgendeine Gefahr aus. Selbst Giftschlangen beissen nur, wenn sie eingefangen, gereizt oder in die Enge getrieben werden. Sie benötigen ihr Gift in erster Linie zur Jagd und setzen es nur in Notfällen zur Verteidigung ein.

Entlang der Donau und im Gebiet um Enns gibt es keine natürlich vorkommenden Giftschlangen!

Weitere Infos zu den einheimischen Reptilien finden sie unter WWW.HERPETOFAUNA.AT

Samstag, 18. April 2015

Exkursion in die Donauauen bei St.Pantaleon-Erla

Heute ging's durch die Au: insgesamt 4 Stunden waren wir durch die Donauauen bei St.Pantaleon-Erla unterwegs. 
Die von Bunten Kreis Enns organisierte Exkursion führte uns entlang des Fischerhüttenbachs zur Biberlacke.
Revierleiter Mario Ensmannn gibt Infos über die Forstwirtschaft in der Au
Eiche mit über 1m Stammdurchmesser
Fischerhüttenbach
Biberbau an der Biberlacke
Beim Amphibientümpel in St.Pantaleon

Donnerstag, 16. April 2015

Harrachpark Bruck an der Leitha

Ein paar Impressionen aus dem Harrachpark in Bruck an der Leitha. In diesem Park stehen zahlreiche monumentale Bäume mit einem Umfang von  mehr als 6 Metern.




die wahrscheinlich dickste Platane Österreichs

Sonntag, 5. April 2015

Montag, 30. März 2015

Hobbyfotografie - Berufsfotografie

Manchmal werde ich gefragt "Sind sie Hobbyfotograf oder Berufsfotograf?" - "Ich bin beides!" Die Leute sind dann oft etwas erstaunt über diese Antwort, aber sie stimmt. Es kommt nur darauf an, in welcher Situation ich mich gerade befinde. Meinen Zugang zum Hobby, bzw. zum Beruf Fotografie möchte ich daher an dieser Stelle ein wenig erläutern:

Seit nunmehr 35 Jahren bin ich Hobbyfotograf. Im Volksschulalter bekam ich meine erste Kamera und ich fotografierte damals alles, was mir Spass machte: Lokomotiven, Autos, Aulandschaften, Situationen aus dem Privatleben,.....
An der Thematik hat sich bis heute nicht viel verändert. Die Fotos, die ich zum Zeitvertreib aufnehme, haben einen gewissen Bezug zu meinem Leben. Sie zeigen Szenen und Motive, die ich für mich im Kopf behalten will. Sie zeigen die Menschen, die mir nahestehen, sie zeigen Landschaften, die mich beeindrucken, sie sind Dokumente meiner Reisen, meiner Ausflüge und meines privaten Umfeldes. Sie entstehen grundsätzlich ohne jegliche Einflußnahme von aussen und stehen in keinerlei Wettbewerb zu anderen Fotos. Qualitativ sind die Fotos von heute natürlich nicht mehr mit den Bildern vergleichbar, die ich mit 10 Jahren aufgenommen habe. Die technische Ausrüstung ist besser geworden und natürlich auch mein Wissen im Bezug auf Aufnahmetechnik und Bildgestaltung hat sich im Laufe der Zeit verbessert. Trotzdem stellen die Bilder, die ich vor 35 Jahren aufgenommen habe, den gleichen Wert dar, wie die Bilder, die ich heute aufnhehme: sie sind wertvolle Zeitdokumente und spiegeln mein Leben wieder. 

In meiner Jugendzeit war ich Mitglied im Fotoclub St.Valentin, nach dem Umzug nach Wien war aber eine Mitgliedschaft aus Zeitgründen nicht mehr sinnvoll. In der Anfangsphase beteiligte ich mich auch an diversen Fotowettbewerben, mit der Zeit stellte sich aber zunehmend eine Kritik an dieser Art der Fotografie ein. Um bei Wettbewerben erfolgreich zu sein, gilt es in erster Linie, einem gewissen Trend zu folgen. Das führt irgendwann mal dazu, dass man zum Erfüllungsgehilfen der Jury, bzw. des Systems wird. Die Freiheit des Hobbys wird dadurch massiv eingeschränkt.  Im Laufe der Zeit gewann ich immer mehr Einblick in diese Art der Fotografie und damit auch eine kritische Haltung gegenüber der Wettbewerbsfotografie, was dazu führte, dass ich sie mittlerweile von Grund auf ablehne.

Definition Hobby lauf Wikipedia: "Ein Hobby, auch Freizeitbeschäftigung oder Steckenpferd genannt, ist eine Tätigkeit, die der Ausübende freiwillig und regelmäßig betreibt, die dem eigenen Lustgewinn oder der Entspannung dient und zum eigenen Selbstbild beiträgt. Ein Hobby ist kein Beruf und repräsentiert für den Ausübenden einen Teil seiner Identität."

Seit nunmehr 20 Jahren verdiene ich auch Geld als Fotograf. Anfangs waren es ab und zu einige kleine Fotojobs, die ich neben dem Studium erledigte, später wurde die Sache mehr, bis ich mich schliesslich entschloss, ernsthaft in die Berufsfotografie einzusteigen. Es gab von Anfang an viel zu tun, also stellte sich gar nicht die Frage, die Fotografie nebenberuflich zu betreiben. Gerade in der Anfangsphase waren Wochen mit 70-80 Arbeitsstunden eher die Regel als die Ausnahme. Dazwischen gab es aber immer wieder Erholungsphasen, in denen weniger Aufträge zu erledigen waren. In den 20 Jahren hat sich hier ein Zyklus entwickelt, der sich beinahe jährlich wiederholt: es gibt im Jahr zwei Phasen, in denen wenige Aufträge erledigt werden, das ist am Anfang des Jahres, sowie in den Sommermonaten. Danach beginnt regelmässig eine Zunahme der Aufträge, der Höhepunkt wird meistens kurz vor dem Sommer sowie vor Weihnachten erreicht. Diesen Zyklus kann ich mittlerweile ganz gut einschätzen und so gewisse Arbeiten in der etwas ruhigeren Zeit einplanen. Dazu gehören z.B. Buchhaltungsarbeiten, Archivarbeit, diverse Büroarbeiten und freie Fotoarbeiten.
Diese sind notwendig, um erstens, den Spass an der Fotografie nicht zu verlieren und zweitens gewisse Dinge auszuprobieren und neue Ideen zu entwickeln, bevor sie am Kunden angewendet werden.

Zusammenfassend haben sich über die Jahre drei Arten von Fotografie entwickelt, die ich hier kurz noch einmal erläutern will:

Berufsfotografie: Jobs im Auftrag der Kunden. Die Fotos werden nach den Angaben der Kunden angefertigt und im Regelfall nach den vereinbarten Koditionen verrechnet (Stunden- oder Tageshonorar, Nutzungshonorar oder Pauschalsätze). Die Fotografie wird seit dem Jahr 2000 fats ausschliesslich in digitaler Form durchgeführt, meine Kunden finden sich hauptsächlich im B2B-Bereich. Lediglich in Ausnahmefällen wird für Privatkunden gearbeitet. Ein Großteil der Arbeiten, die ich für Kunden anfertige, ist nicht auf meiner Website und auch nicht in meinem Blog zu finden. Die Arbeit dient dem Kunden, nicht der eigenen PR.
Auftragsarbeit für ASFINAG: Hintergrundbild (Panorama) am Autobahnrastplatz Fischamend
Auftragsarbeit für einen Kunden: Jazzkonzert mit Bob Mintzer im Porgy & Bess, Konservatorium Wien Privatuniversität
Freie Arbeiten: diese Arbeiten entstehen auf eigene Initiative und werden von mir vorfinanziert. Hier handelt es sich sehr oft um längerfristige Reportageprojekte, diverse Projekte im Zuge von motorclassic und Naturfotografie udn Infrarotfotografie. Diese Arbeiten werden grossteils digital aufgenommen, dienen teilweise zur Erprobung von neuem Material und Entwicklung neuer Techniken. Teilweise werden diese Arbeiten auch über Agenturen am freien Markt angeboten.


freie Arbeit: Umbau der GEBE Fabrik in Wien

freie Arbeit: Aufbau eines Windkraftwerks
Hobbyfotografie: hierzu zählt hauptsächlich die Dokumentation des Privatlebens, der Urlaubsreisen sowie diverse kreative Projekte. Diese Art der Fotografie wird noch zu einem Teil auf analoger Basis abgewickelt und ist so gut wie nicht im Internet zu finden. Gerade mit Privatfotos bin ich sehr zurückhaltend, was die Verbreitung im Internet betrifft. Aber auch bei den analogen Arbeiten ist eine Verbreitung im Internet nicht immer möglich, da viele dieser Arbeiten ausschließlich in analoger Form vorliegen und teilweise durch die Digitalisierung viel von ihrem Reiz verlieren. Die Hobbyfotografie wird bewusst abgekoppelt von der Berufsfotografie und unterwirft sich auch keinen Trends. Es gibt keinerlei Überschneidung mit der Berufsfotografie, sowohl in der Thematik, wie auch in der Aufnahmemethode.

Osterprozession in Barcelona, Aufnahme auf Diafilm



Mittwoch, 25. März 2015

Bärlauch

Rund um die Biberlacke ist jetzt fast alles voll mit Bärlauch. Springfrösche haben bereits abgelaicht, die ersten Erdkröten sind bereits auf dem Weg in die Gewässer.

Panoramabild Bundesforste

Das aktuelle Titelbild auf der Bundesforste Website wurde wieder mal von mir aufgenommen. Es zeigt eine Reihe von Donauinseln in der Nähe von Orth an der Donau im Nationalpark Donauauen.

Dienstag, 24. März 2015

Tipps für Fotos zur Artenbestimmung

Liebe Naturfreunde!

Bei Herpetofauna erreichen uns regelmäßig Bilder mit der Bitte um Artenbestimmung. Im Regefall fällt es uns leicht, anhand der Fotos genau die Art zu bestimmen und Tipps zum Amphibienschutz zu geben. Es gibt aber immer wieder Ausnahmefälle, bei denen anhand der Bilder eine Bestimmung der Tierart nur vage oder gar nicht möglich ist. Das liegt zum einen an der Art der Aufnahme, aber auch an der Bildqualität.

Ich möchte daher an dieser Stelle ein paar Tipps geben, wie man Bilder aufnimmt, an denen sich die Tierart einfach und zuverlässig bestimmen lässt.

Formatfüllend aufnehmen: je größer das Tier im Bild ist, desto mehr Details sind erkennbar und desto zuverlässiger lässt sich ein Tier bestimmen. Bei scheuen Tieren ist eine formatfüllende Aufnahme allerdings nicht immer möglich. Die Fluchtdistanz ist hoch und die Tiere ergreifen die Flucht, sobald man diese Hemmschwelle unterschreitet. Abhilfe kann hier ein längerbrennweitiges Objektiv schaffen. Alternativ kann man sich auch langsam mit der Kamera an das Tier herantasten. Je langsamer und gefühlvoller dieses Herantasten geschieht, desto eher kann man das Tier aus der Nähe aufnehmen. Die meisten Tiere ergreifen bei unterschreiten der Fluchtdistanz die Flucht, einige Schlangen gehen allerdings auch zum Angriff über. Bei Giftschlange sollte hier vorsichtig vorgegangen werden.

Bildschärfe ist wichtig: je schärfer das Bild ist, desto mehr Details sind erkennbar. Aufnahmen in dunkler oder schattiger Umgebung führen sehr oft zu verwackelten und unscharfen Bildern. Eine Erhöhung der ISO-Zahl oder der Einsatz eines Blitzgerätes kann hier Abhilfe schaffen. Die Bildschärfe sollte sich nach Möglichkeit über das ganze Tier hinziehen. Bilder mit geringer Tiefenschärfe sind zwar oft künstlerisch interessanter, können aber die Bestimmung erschweren, da wichtige Teile des Tieres im Unschärfebereich liegen.

Der richtige Bildwinkel: bei einer Aufnahme entscheidet oft der richtige Bildwinkel, aus dem das Tier aufgenommen wurde. Je mehr vom Tier zu sehen ist, desto leichter ist die Bestimmung. Sofern die Möglichkeit besteht, können auch Details von Bauch, Rücken, Beinen oder Kopfbereich aufgenommen werden. Bei manchen Tieren können hier wichtige Bestimmungsmerkmale zu sehen sein.

Größenverhältnisse darstellen: bei manchen Tieren kann die Größe ein Bestimmungsmerkmal darstellen. Ein Maßband ist nicht immer zur Stelle, in den meisten Fällen reichen aber bekannte Alltagsgegenstände (Münzen, Feuerzeug,..), die man zusammen mit dem Tier fotografiert, um einen Größenvergleich zu haben.

Aufnahmen von Tieren im Wasser: problematisch sind immer wieder Aufnahmen von Tieren im Wasser (Frösche, Kaulquappen, Molche und Molchlarven). Aufnahmen von oben ins Wasser können sehr oft aufgrund starker Spiegelungen unbrauchbar sein. Wichtig ist, dass man hier nicht gegen das Sonnenlicht fotografiert und den Blickwinkel so wählt, das das Tier gut sichtbar wird. Bei manchen Kameras ist der Einsatz eines Polarisationsfilter möglich. Mit diesem können Reflexionen an der Wasseroberfläche reduziert oder komplett entfernt werden und so eine brauchbare Aufnahme erstellt werden.

Hohe Kontraste vermeiden: bei Aufnahmen unter starkem Sonnenlicht, bei Aufnahmen an Gewässern, am Waldboden,...kommt es oft zu hohen Kontrasten und dadurch zu unter- bzw. überbelichteten Bildteilen. Abhilfe kann hier der Einsatz eines Blitzgerätes schaffen. Auch bei Aufnahmen in Eimern kommt es hier oft zu starken Kontrasten: dunkle Tiere in weissen Eimern sind schwer zu fotografieren und auch auf den Bilder schwer bestimmbar.

Handyfotos: immer mehr Fotos werden mit Handys aufgenommen. Auch wenn die Qualität der Fotos aus Handys zugenommen hat, so erreichen uns immer wieder Handyfotos auf denen kaum etwas erkennbar ist. Ein Problem ist die Verschmutzung der Objektive. Handys haben winzige Objektive, deren Linsenoberflächen oft durch Fingerabdrücke, Kleiderfusseln und Staub verschmutzt sind oder die nach längerem Einsatz verkratzt sind. In vielen Aufnahmesituationen können damit noch brauchbare Aufnahmen erstellt werden, bei Gegenlicht oder Spiegelungen kommt es aber zu milchigen Aufnahmen oder starken Überstrahlungen. An dieser Stelle ein Tipp: die Linse der Handykamera sollte immer sauber gehalten werden, um eine gute Aufnahmequalität zu erhalten.

Bildgröße beachten: wenn das Bild scharf ist und gut belichtet, bzw. ausgeleuchtet ist, reicht eine Bildgröße von ca. 800-1000 Pixel Bildbreite, um eine einwandfreie Bestimmung zu ermöglichen. Zu große Bilddateien sind unnötig und behindern manchmal das Filehandling.

Zusatzinformationen: im Zweifelsfall können Zusatzinformationen wichtig sein. Eine genaue Ortsangabe kann z.B. schon verschiedene Arten ausschließen, auch wenn die Tiere auf den Fotos nicht eindeutig erkennbar sind. Auch eine Datumsangabe kann unter Umständen hilfreich sein.

Abschließend noch ein paar Problemfälle bei der Bestimmung, die immer wieder auftauchen:

Glatt- oder Schlingnatter (coronella austriaca): Diese sehr häufige Schlange wird oft nicht erkannt oder mit der Kreuzotter verwechselt. In vielen Fällen lässt sich die Sichtung einer Kreuzotter bereits aufgrund der geografischen Lage ausschließen. Infos und Fotos zu beiden Schlangenarten finden sie auf www.herpetofauna.at.

Grünfrösche: die einheimischen Grünfroscharten sind sehr oft nur anhand von Details (Fersenhöcker) genau bestimmbar. Auch hier kann die Angabe des Fundorts aufgrund von Ausschlußverfahren die Bestimmung erleichtern und ermöglichen.

Kaulquappen und Larven: hier ist eine genaue Artbestimmung anhand von Fotos oft nicht einmal durch Fachleute möglich. Ortsangaben können hier ebenfalls weiterhelfen.