Dienstag, 23. Juli 2019
Süsswasserquallen (Craspedacusta sowerbii)
Lange nicht mehr gesehen, bei hohen Wassertemperaturen findet man gelegentlich Süsswasserquallen (Craspedacusta sowerbii).
Fachleute oder Clowns?
Unlängst
sehe ich ein Video im Internet: ein ehemaliger Politiker sitzt in einem
Bottich und erklärt der Welt, dass es im Sommer schon immer heiss war.
Die Szene wirkt naiv und lächerlich. Ein 40-Jähriger, der offenbar den
Unterschied von Wetter und Klima nicht begriffen hat und agiert wie ein
pubertierender Klassenkasperl.
Klar,
Ökologie ist ein komplexes Thema, auch ich habe einige Zeit gebraucht,
bis ich die Zusammenhänge begriffen hatte. Aber ich hatte damals einen
guten Lehrmeister: Professor Krapfenbauer hat uns an der Boku gelehrt,
wie sich Emissionen auf das Klima, den Regen, die Böden auswirken. Bei
zahlreichen Exkursionen wurde uns vor Augen geführt, wie der saure Regen
im Erzgebirge ganze Wälder zerstört hat, wie der Zuwachs der Bäume auf
ein Minimum schrumpfte und wie sich Trockenheit auf Extremstandorten
auswirkt. Und unser Professor zeichnete vor 30 Jahren auch genau das
Bild, das wir jetzt in der Natur vorfinden: es wird zu vemehrter
Ausbreitung von Schädlingen kommen, es werden Unmengen an Schadholz
anfallen, die Holzpreise werden in den Keller fallen. Der Klimawandel
wird auch weitreichende Folgen in der Landwirtschaft haben,
Wetterextreme werden häufiger. All das wird von Wissenschaftlern schon
seit Jahrzehnten prophezeit und tritt jetzt ein.
Seit
Jahrzehnten besteht ein wissenschaftlicher Konsens, was den Klimawandel
betrifft. Die Entwicklung ist eindeutig anhand von Messungen belegbar.
Auch in der Land- und Forstwirtschaft besteht keinerlei Zweifel daran,
und jeder, der hier arbeitet ist direkt mit den Folgen des Klimawandels
konfrontiert.
Und
dann tauchen plötzlich Clowns auf, die der Welt erklären, dass es immer
schon heiss war, dass es auch früher schon Gewitter gegeben hat und das
CO2 nur einen winzig kleinen Anteil an der Erdatmosphäre hat. Ja, CO2 ist ein Spurengas, auch das weiss man, wenn man sich ein wenig mit den ökologischen Zusammenhänge befasst. Der Anstieg des CO2
ist messbar und wird permanent von Klimatologen erfasst. Und er steht
im Einklang mit der wirtschaftlichen und industriellen Entwicklung auf
unserem Planeten, auch in diesem Punkt ist sich die Wissenschaft
sicher.
Und
plötzlich wird dir von einigen Seiten erklärt, dass alles ganz anders
ist. Interessant ist immer, wer dann versucht, die Dinge zu erklären.
Leute, die mit Natur, Ökologie und Klimatologie ganz und gar nichts am
Hut haben, bei denen das Naturverständnis bei der Thujenhecke aufhört.
Das
Thema ist durchaus ein ernstes Thema und wird uns in Zukunft noch
ausgiebig beschäftigen. Die Frage ist nur, wem wir das Thema überlassen
wollen: den Fachleuten oder den Clowns?
Montag, 1. April 2019
Wenn Ferkel Picknick machen....
Ein paar Schönwettertage - und man traut seinen Augen kaum: das
Augebiet an der Enns unterhalb des Stauwerks Thaling ist voll mit Müll.
Die Leut fahren mit den Autos bis fast hin zum Ufer, dort wird eine
ordentliche Schweinerei veranstaltet und der Dreck möglichst gut über
das ganze Augebiet verteilt. Dass diese Leute nicht zu den hellsten
Köpfen zählen, erkennt man daran, dass sie ihre persönlich adressierte
Post an der Feuerstelle vergessen. Die Namen sind notiert, die
Autonummern ebenfalls. Man muss damit rechnen, in absehbarer Zeit
Besuche von der Polizei zu bekommen.
Mittwoch, 6. Februar 2019
Vorbereitungsarbeiten für die Fischwanderhilfe im Bereich Abwinden-Asten
Seit
geraumer Zeit kann man Bauarbeiten beim Kraftwerk Abwinden-Asten
beobachten. Diese Schlägerung entlang des Mitterwassers sind die
Vorbereitungsarbeiten für die Fischwanderhilfe im Bereich des
Kraftwerks. Diese Arbeiten stellen zwar momentan einen Eingriff in die
Natur dar, erhöhen aber langfristig den ökologischen Wert der
Fließgewässer.
Mittwoch, 4. Juli 2018
Amazonasdschungel in den Donauauen
Schlägt man das aktuelle Waldmagzin auf, so findet man gleich auf
den ersten Sein ein Bild. Ich habe das Bild im Vorjahr in den Donauauen
aufgenommen - und tatsächlich, die dschungelartige Landschaft könnte
wirklich irgendwo am Amazonas in Brasilien, in den Regenwäldern Afrikas
oder Südotsasiens sein. Gerade im Sommer ist der Dschungel entlang der
Donau undurchdringlich. Seeadler, Sumpfschildkröten, Amphibien,
Libellen, Wasservögel und viele andere Tiere finden hier optimale
Lebensbedingungen. Ich habe das Glück, unmittelbar an der Enns und der
Donau zu wohnen und habe nur wenige Minuten mit dem Fahrrad, um in den
Dschungel einzudringen. #npdonauauen #waldmagazin #dschungel #altarm #fadenbach #amazonas
Dienstag, 26. Juni 2018
"Idylle" am Strom
Ich brauche mich nur auf das Fahrrad zu setzen und bin in 10 Minuten an
der Donau. In den Donauauen findet man wirklich idyllische Plätzchen,
die einem an weit entfernte Länder erinnern - wären da nicht unsere
netten Mitbürger, die es sich dort "gemütlich" machen. Offenbar gibt es
Leute, die haben eine andere Definition von "Gemütlichkeit". Sie sitzen
gerne auf alten Pappkartons, trinken Billigbier und essen labrige
Fleischlaberl aus Pappschachteln. Man karrt den Dreck mit dem Auto bis
ans Donauufer - den Weg zurück in den Kofferraum oder gar ins
Altstoffsammelzentrum findet das Zeug natürlich nicht.
Sonntag, 8. April 2018
Springfroschlaich in der Wagenspur
Wagenspuren
sind vielleicht geeignete Laichplätze für Gelbbauchunken, nicht aber
für die Braunfroscharten. Vor allem, wenn die Wahrscheinlichkeit
besteht, dass die Spuren in den nächsten Tagen austrocknen. Im Augebiet
bei Asten haben auch heur wieder zahlreiche Springfrösche in eienr
Wagenspur abgelaicht - ein Teil des Laichs ist leider schon vertrocknet.
Ich habe mich daher entschlossen, den verbliebenen Laich in ein
nahegelgenes Augewässer zu übersiedeln. Insgesamt 30 Liter Laich habe
ich heute am Vormittag verfrachtet - ein kleiner Beitrag zum
Artenschutz...
Samstag, 7. April 2018
Frühling am Mitterwasser
Es geht los...der Frühling ist endlich da! Ein paar fotografische Eindrücke von einer Wanderung rund um das Mitterwasser:
Sonntag, 4. Juni 2017
Traubenkirschen-Gespinstmotte (Yponomeuta evonymella) in den Donauauen
Ein gruseliges Naturschauspiel kann man derzeit in den Donauauen
beobachten. Immer wieder findet man Baume, die komplett von einer Art
"Spinnweben" überzogen sind. Die Raupen der
Traubenkirschen-Gespinstmotte (Yponomeuta evonymella) sind derzeit sehr
aktiv. Die Eier wurden von den Motten bereits im Vorjahr in den Knospen
der Traubenkirsche (Prunus padus) gelegt. Im Frühjahr schlüpfen die
Raupen und beginnen ihren Kahlfraß an den Bäumen. Dabei wird der Baum
komplett von einem Gespinst überzogen. Anfang Juni verpuppen sich die
Raupen in Gemeinschaften - im Hpochsommer schlüpfen dann die ca. 2cm
großen Motten. Die Traubenkirschen überstehen einen derartigen Kahlfraß
in der Regel ganz gut und treiben im nächsten Jahr wieder aus.
Samstag, 15. April 2017
Emys vs. Trachemys
Folgende
Aufnahme gelang mir neulich in den Donauauen. Das Bild zeigt eine
ungewöhnliche Situation: hier sonnt sich eine Europäische
Sumpfschildkröte (emys orbicularis) auf einer Gelbwangen
Schmuckschildkörte (trachemys scripta). Man nimmt doch an, dass die aus
Amerika eingeführten Arten sich nicht mit unseren einheimischen
Sumpfschildkröten vertragen. Meine Beobachtungen zeigen hier ein anders
Bild: an dieser Stelle leben seit eingier Zeit mehrere Schildkröten
beider Arten relativ harmonisch nebeneinander.
Donnerstag, 23. Februar 2017
Europäische Sumpfschildkröte (emys orbicularis)
Beobachtungen von Europäischen Sumpfschildkröten sind in Österreich selten. Eine natürliche Population gibt es nur östlich von Wien, im Nationalpark Donau-March-Thaya-Auen.
Aber selbst dort ist eine Beobachtung nicht einfach: die Tiere sind gut getarnt und haben einen hohe Fluchtdistanz. Vereinzelt findet man aber auch Tiere westlich von Wien, z.B. in den Donauauen bei Stockerau und seit einiger Zeit auch in der Umgebung von Linz. Ich gehe aber davon aus, dass diese Tiere dort ausgesetzt wurden. Auch in der Umgebung von Enns konnte ich im letzten Jahr einige Sumpfschildkröten beobachten. Sie sonnen sich gerne auf Baumstämen, die im Wasser liegen und sind bereits an warmen Tagen im Februar aktiv. Die Europäischen Sumpfschildkröten stehen unter Naturschutz und dürfen nicht gefangen oder beunruhigt werden.
Neben den Europäischen Sumpfschildkröten findet man leider auch viele ausgesetzte Schmuckschildkröten (trachemys scripta). Die Rotwangen- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten stammen ursprünglich aus Amerika. Man konnte sie als wenige cm. große Babyschildkröten in Zoohandlungen kaufen. Veile dieser Babys verendeten nach kurzer Zeit aufgrund von falscher Ernährung und Lichtmangel. Andere wiederum wuchsen schnell heran und wurden von den "Tierliebhabern" ausgesetzt, da sie das Terrarium stark verunreinigten. Genau diese Schildkröten stellen nun ein Problem dar: als faunenfremde Individuen stehen sie in Konkurrenz zu den einheimischen Sumpfschildkröten. Da sie grösser und stärker sind, verdrängen sie diese von den Sonnenplätzen.
Aber selbst dort ist eine Beobachtung nicht einfach: die Tiere sind gut getarnt und haben einen hohe Fluchtdistanz. Vereinzelt findet man aber auch Tiere westlich von Wien, z.B. in den Donauauen bei Stockerau und seit einiger Zeit auch in der Umgebung von Linz. Ich gehe aber davon aus, dass diese Tiere dort ausgesetzt wurden. Auch in der Umgebung von Enns konnte ich im letzten Jahr einige Sumpfschildkröten beobachten. Sie sonnen sich gerne auf Baumstämen, die im Wasser liegen und sind bereits an warmen Tagen im Februar aktiv. Die Europäischen Sumpfschildkröten stehen unter Naturschutz und dürfen nicht gefangen oder beunruhigt werden.
Neben den Europäischen Sumpfschildkröten findet man leider auch viele ausgesetzte Schmuckschildkröten (trachemys scripta). Die Rotwangen- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten stammen ursprünglich aus Amerika. Man konnte sie als wenige cm. große Babyschildkröten in Zoohandlungen kaufen. Veile dieser Babys verendeten nach kurzer Zeit aufgrund von falscher Ernährung und Lichtmangel. Andere wiederum wuchsen schnell heran und wurden von den "Tierliebhabern" ausgesetzt, da sie das Terrarium stark verunreinigten. Genau diese Schildkröten stellen nun ein Problem dar: als faunenfremde Individuen stehen sie in Konkurrenz zu den einheimischen Sumpfschildkröten. Da sie grösser und stärker sind, verdrängen sie diese von den Sonnenplätzen.
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| Emys orbicularis in den Donauauen |
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| ausgesetzte Gelbbauch-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta scripta) in den Donauen - eine Bedrohnung für unsere einheimische Sumpfschildkröten - Population |
Montag, 16. Januar 2017
Seeadlerynchronzählung 2017
Am 15.01.2017 fand die jährliche Seeadlerzählung statt. Ein Großteil
der Seeadler besucht unsere Gewässer als "Wintergäste", in den letzten
Jahren fanden sich aber auch einige Seeadlerpaare in Österreich ein, um
hier zu brüten. Derzeit zählt man 24 Brutpaare in Österreich, im letzten
Jahr verließen 33 Jungvögel den Horst. Mit einer Flügelspannweite von
2,30m ist der österreichische Wappenvogel der größte Adler Europas und
war nach seiner Ausrottung jahrzehntelang aus unseren Breiten
verschwunden. In den letzten Jahren konnte man den Seeadler aber wieder
vermehrt in Österreich beobachten. Die Augebiete entlang der March und
Donau, aber auch das Gebiet um den Neusiedler See zählen zu den
bevorzugten Brutgebieten.
Jedes jahr im Jänner beteiligen sich ca. 50 Vogelkundelr an der sogenannten Synchronzählung und besuchen Gebiete, in denen sich Seeadler bevorzugt aufhalten. Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden Beobachtungsort, Beobachtungszeit, Flugrichtung und Altersklasse der Tiere notiert.
Das Comeback des Seeadlers ist vor allem dem Verbot von Umweltgiften wie DDT, aber auch dem Schutz der Brutplätze zu verdanken. Die Seeadler brauchen für die Brut absolute Ruhe, in den Monaten Februar bis April kann eine Störung am Horst zu einem Ausfall der Brut führen. Nach wie vor fallen aber Seeadler illegaler Verfolgung durch Abschuss und gezielten Gifteinsatz zum Opfer oder verenden qualvoll, wenn sie mit belihaltiger Jagdmunition erlegte Wildtiere fressen.
Jedes jahr im Jänner beteiligen sich ca. 50 Vogelkundelr an der sogenannten Synchronzählung und besuchen Gebiete, in denen sich Seeadler bevorzugt aufhalten. Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden Beobachtungsort, Beobachtungszeit, Flugrichtung und Altersklasse der Tiere notiert.
Das Comeback des Seeadlers ist vor allem dem Verbot von Umweltgiften wie DDT, aber auch dem Schutz der Brutplätze zu verdanken. Die Seeadler brauchen für die Brut absolute Ruhe, in den Monaten Februar bis April kann eine Störung am Horst zu einem Ausfall der Brut führen. Nach wie vor fallen aber Seeadler illegaler Verfolgung durch Abschuss und gezielten Gifteinsatz zum Opfer oder verenden qualvoll, wenn sie mit belihaltiger Jagdmunition erlegte Wildtiere fressen.
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| Bisher gab es drei Fälle in Österreich, in denen drei Jungvögel den Horst verließen. |
Samstag, 16. Juli 2016
Emys orbicularis im Enns-Donau-Winkel
Es
ist die vierte Emys, die mir bis jetzt im Enns-Donau-Winkel begenet
ist. Dachte ich vor zwei Wochen noch an einen Einzelfall, so stellte
sich heute heraus, dass es am Mitterwasser offenbar mehrere Europäische
Sumpfschildkröten gibt. Diese Tiere dürften offenbar aus eine
Zuchtpopulation stammen, da die Fluchtdistanz der Schildkröten nicht
besonders hoch ist.
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